Messe in C

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Beschreibung

Messe in C
(Kyrie und Gloria)

für Soli, gemischten Chor, Streicher, Bläser, Pauken und Orgel

von Johann Joseph Fux
bearbeitet von Armin Suppan

Erschienen in der Reihe "Fux für Bläser" als Heft Nr. 7,
herausgegeben in Verbindung mit der Johann-Joseph-Fux-Gesellschaft von Wolfgang Suppan

Renaissance und Barock gelten als die großen Zeiten der europäischen Bläserkunst. Diese Ansicht steht in eigenartigem Gegensatz zu den spärlich überlieferten Schriftzeugnissen mit Bläserwerken des 16.-18. Jahrhunderts, die Detlef Altenburg in seinen beiden Alta musica-Aufsätzen I/1976 und IV/1979 dargestellt und die David Whitewell in Band IV/1979 seiner "History of wind music" (Northridge, Cal. 1984/85) aufgelistet hat. Werke von Johann Joseph Fux fehlen in den genannten Schriften und auch im Repertoire von Blechbläser-Ensembles der Gegenwart. Zu seiner Zeit galt noch, was schon 1554 in einem Brief Herzog Wilhelms IV von Bayern an seine Schwester in Graz zu lesen ist: Dass die bläserische Repräsentations- und Tischmusik der Hofmusiker "nit geschriben" sei, "vnd machens nur aus dem Synn" also auswendig. Wenn J. J. Fux u.a. in seinem "Te Deum" KV 270, aus dem Jahre 1723 eine "Toccata di Trombe" vorschrieb, dann komponierte er diese Toccata keinesfalls - sondern erwartet von seinen Hofmusikern, dass diese Toccata nach überlieferten Mustern auswendig dargeboten wurde.
Fux kam als Sohn eines Bauern 1660/61 in Hirtenfeld nahe Graz zur Welt, studierte an den Jesuiten-Universitäten in Graz und Ingolstadt und wurde im Jahr 1698 Hofkomponist in Wien. Im Jahr 1715 zum Hofkapellmeister ernannt, erfüllte er dieses höchste Amt, das ein Musiker zu seiner Zeit im Abendland erreichen konnte, unter drei musikliebenden und musikpraktizierenden Habsburger Kaisern (Leopold I., Josef I. und Karl VI., dem Vater Maria Theresias) bis zu seinem Tod im Jahr 1741. Seinem musikalischen Können und seiner organisatorischen Kraft ist es zu danken, dass in der Wiener Hofkapelle die bedeutendsten Musiker der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sich sammelten; dies gilt in hohem Maß für den Bläserbereich (vgl. Alta musica, Bd. 9, 1987).
(o. Univ.-Prof. Dr. Berthold Sutter / o. Prof. Dr. Wolfgang Suppan)

Die vorliegende "kurze", das heißt für den Gebrauch in einer evangelischen Kirche eingerichtete Messe in C von Johann Joseph Fux konnte im Archiv der evangelischen Kirche zu Ödenburg/Sopron aufgefunden werden. Die Komposition ist weder bei Köchel noch bei den Köchel-Ergänzungen von Liess Federhofer und Riedel verzeichnet. Im Hinblick auf die mit guten Gründen anzunehmende Tätigkeit von Fux bei einem ungarischen Bischof, wo ihn der Kaiser "entdeckt" und nach Wien berufen haben soll, gewinnen Funde in Ungarn besondere Bedeutung (vgl. Musica Pannonica I, 1990).

Die der Praxis zugedachte Neuausgabe stützt sich auf die Partitur und auf das Stimmenmaterial in Ödenburg/Sopron. Wenn Clarini in C nicht zur Verfügung stehen, können diese Instrumente durch Trompeten in B ersetzt werden; aber auch Klarinetten wurden unmittelbar nach ihrer Erfindung im 18. und im beginnenden 19. Jahrhundert als Ersatz für Clarini genutzt. Da die Streicherstimmen mit Oboen und Fagotten parallel laufen - und auch durch diese ersetzt werden können, bleibt für Interpreten besetzungsmässig ein breiter Spielraum offen. Selbst eine reine Bläser-Orgelbegleitung (Harmoniemusik) des Chorsatzes erscheint denkbar und legitim.

Die Ausgabe enthält folgende Stimmen:
Partitur
Clarino 1
Clarino 2
Violino 1 (Oboe 1) 2x
Violino 2 (Oboe 2) 2x
Timpani
Organo/Fagott
Clarino 1 B (Trompete / Klarinette 1 B)
Clarino 2 B (Trompete / Klarinette 2 B)
Singpartitur 16x

Schwierigkeitsgrad: mittel